Kryptografie und ich

37 comments

  1. ja, die überwacher sind unfähig

    …Was dann pessimistisch betrachtet bedeutet dass du eher wegen falschen Anschuldigungen im Suchraster auftauchst als aus legitimen Gründen.

    Also mich würde das jetzt nicht beruhigen wenn ich wüsste dass die Terrorismus-Vorwürfe, wegen denen ich demnächst in Guantanamo lande nur haltloser Scheiß sind, der sich darauf begründet dass ich mir zu oft Eisenoxid-Packungen bei Amazon angesehen habe.

  2. Ich bin ja, was die generellen Möglichkeiten digitaler Auswertung betrifft, ziemlich ahnungslos. Über die in der Regel sinnfreien Vorschläge auf Amazon habe ich mich aber auch schon gewundert, das ist doch alles sehr grob, wie das Fischer-Beispiel zeigt. Für mich stellt sich das so dar, dass Algorithmen grobe Trends erkennen können, aber keinesfalls individuelle Geschmäcker. Bei Netflix ist die Erkennung des Geschmacks ausgefuchster: aus den Vorlieben werden recht zutreffende Kategorien von Filmen gebildet, die man mag. Die Filme, die innerhalb dieser Kategorien vorgeschlagen werden, interessieren mich dann in der Regel dann doch nicht (was auch am noch übersichtlichen Angebot liegen kann).

    Lange Abschweifung, kurzer Sinn: Bin ich froh, dass ich nicht der einzige bin, der vor DIESEN Algorithmen keine Angst hat.

    • Nachtrag: Kann jemand die P!=NP-Problematik so formulieren, dass Nicht-Mathematiker sie verstehen? Der WP-Eintrag ist zu fachlich für mich.

      Außerdem ist die Attentats-Animation sehr gelungen.

      • P!=NP oder P=NP ist eines der Milleniumsprobleme der Informatik.

        P!=NP ist der favorisierte Kandidat.

        Worum geht es?
        P und NP sind zwei Problemklassen. Bei der einen Gruppe von Problemen (P) kann man genau sagen (deterministisch), wie lange es dauert, bis man eine Lösung berechnet hat (abhängig von der Eingabe).
        Bei der andere Gruppe von Problemen (NP) ist eben nicht genau vorher bestimmbar (nicht-deterministisch), wie viele Rechenschritte nötig sein werden, bis man eine Lösung berechnet hat.

        Zum Kontext: Kryptografie baut darauf, dass P!=NP ist. So ist vorher nicht bestimmbar, wie viele Rechenschritte nötig sein werden, um einen Schlüssel zu knacken.

        Wichtig: Komplexitätsklassen wie P oder NP sagen nur sehr bedingt etwas darüber aus wie lange etwas dauert es zu berechnen. Nur, dass man bei dem einen sagen kann, dass man garantiert nach soundsovielen Rechenschritten immer eine Lösung hat (P) und man es bei der anderen Klasse von Problemen eben nicht sagen kann.

        • Der relevante Punkt hier ist allerdings, daß NP eine Komplexitätsklasse ist, für deren Probleme definitiv keine effiziente Lösungsmöglichkeit existiert. Üblicherweise läuft es auf Ausprobieren aller möglichen Lösungen heraus um die beste zu finden. Für Probleme wie Travelling Salesman (das Besuchen mehrerer Orte auf einer Karte nacheinander um dabei minimalen Weg zurückzulegen) sind Annäherungen und fast-beste Lösungen ja noch in Ordnung, aber für Sachen wie Verschlüsselung funktioniert es nicht wirklich, wenn wir nur *fast* den richtigen Schlüssel finden. So ungefähr zumindest.

          Falls P = NP gelten sollte, so gäbe es für die ganzen schweren Probleme in NP definitiv eine effizientere Lösung. Das heißt nicht, daß man sie schon kennt oder findet, man weiß nur, daß es sie gibt. Aber selbst das wäre schon bedenklich. Bisher sieht es aber sehr nach dem Gegenteil aus

        • Jetzt hab ich ganz vergessen, was ich eigentlich korrigieren wollte: Sowohl bei P als auch bei NP weiß man sehr genau nach wie vielen Rechenschritten man eine Lösung hat. Bei P folgt das einem Polynom (a_n x^n + b_(n-1) x^(n-1) + … a_2 x² + a_1 x + a_0), daher das P. Bei NP ist es keins, also beispielsweise exponentiell (2^x). In jedem Falle weiß man, daß man danach eine Lösung hat. Die Komplexität und Dauer, eine Lösung zu finden, steigt jedoch bei NP sehr viel schneller an, so daß kleine Probleme vielleicht noch akzeptabel schnell zu lösen sind, große aber nicht (Herauszukriegen, ob 15 eine Primzahl ist oder nicht geht schnell genug, aber bei einer Zahl, die 1024 oder 2048 Stellen hat potentiell nicht mehr).

          • Danke für die Ergänzungen!

            Eine Frage bleibt mir dann aber doch noch.
            Wenn ich Dich richtig verstehe würde es im Fall P=NP bedeuten, das Verschlüsselungen *potentiell* unsicher sind, weil man eine effiziente Lösung finden könnte. Wieso kann man dann, wie im Comic, Verschlüsselungen mit dem Argument ablehnen, dass sie ein “commitment” Richtung P=NP wären? P != NP bedeutet doch nur, dass dies noch gezeigt werden müsste, oder? Müsste das Argument gegen Verschlüsselung nicht sein, dass ihre Verwendung (und das Vertrauen darauf, dass sie funktionieren), ein commitment Richtung P !≠ NP sein? Oder geht die Pointe dahin, dass Verschlüsseln nicht notwendig ist, weil die Auswerter ihre Datenmengen gar nicht effizient in den Griff bekommen?(Witze erklären ftw! — Während ich das hier schreibe, erscheint mir das immer wahrscheinlicher)

  3. Es ist mir bei amazon echt unverständlich, wieso mir nach einem Kauf zig gleichartige Produkte empfohlen werden. Ja, ich weiß, dass ich gerade ein Stromkabel gekauft habe, Danke. Nein, ich brauche kein weiteres, auch nicht in blau oder 0,1m kürzer. Und so was schimpft sich Datenanalyse. Da waren wir doch schon vor 10 Jahren.

  4. Auch eine gute Strategie: so häufig neue Public-Keys verschicken (Begründung: “Ups, schon wieder meine Private-key verschlampt”), bis die Leute die Schnauze voll haben und dir nur noch unverschlüsselte Inhalte senden.
    Du bist den Ärger los und die NSA freut sich: WIN/WIN!

  5. Eigentlich ist das eher wie beim impfen. Du musst dich (gegen vieles) nicht impfen weil du (jung und gesund) auch die Krankheit schon überleben würdest. Du solltest es aber tun, um die Herdenimmunität zu erhöhen.
    DU sollst also verschlüsseln damit ein Snowden überhaupt eine Chance hat!

  6. naja, ich sach mal so,von den Dingen die die Neurotiker voor 10 Jahren verschlüsselt haben – wieviel davon ist immernoch unknackbar?!
    Und was bedeutet das für uns 10 Jahre von jetzt?

  7. Klassischerweise folgen die Algorithmen der 80:20-Regel. D.h. in 20% der Zeit hat man 80% Qualität. Für die restlichen 20% braucht mann 80% der Zeit. Das lohnt sich i.d.R. nie. Im Falle von Amazon, Netflix und Co. ist das kein Problem, wenn 20% der Empfehlungen Müll sind. Darüber sind sich auch alle bewusst.

    Im Falle der NSA und Co. ist das aber anders. Denn wenn in 20% der Fälle mein Leben aufgrund eines Fehlers des Algorithmus zunichte gemacht wird, dann hat das ganz andere Auswirkungen wie eine fehlerhafte Empfehlung. Wenn ich wegen dieser Problematik auf einmal als Terrorist gelte, ist das ein echtes Problem.

    Solange man sich dieser Problematik bewusst ist, ist alles OK. Aber wer sagt, dass die Verantwortlichen das tun? Hier ist eine Kontrolle notwendig (Stichwort Gewaltenteilung). Gerade bei Einsparungszwang ist man aber gerade hier doch recht schnell an dem Punkt, genau das nicht zu tun. Das sehen wir schon täglich, wie in der Judikative aber auch an der Exekutive am Personal gespart wird.

    • Völlig richtig. Meine Bemerkung bezog sich darauf, das Miriam(?) Meckel vor Jahr und Tag (pre-Snowden) mal einen Essay im Spiegel hatte, á la totale Kundendurchleuchtung ist der Anfang vom Ende der Neugier, weil dann alle nur das Kaufen, was sie schon kennen. Die Konsum-Echokammer oder Filterblase, wenn man so will. Wenn die bei Amazon es nicht mal hinkriegen, bereits gekaufte Produkte dann aus den Empfehlungen zu nehmen (s. Kommentar von Sammer), ist diese Angst für mich unbegründet, weil die Algorithmen so schlecht sind. Das sind für mich auch nicht 80% Treffer, sondern eher so 10.

      Im Fall der NSA ist das was ganz anderes, ganz klar.

  8. Der Unterschied ist, dass Amazon Dir keinen fliegenden Todesroboter hinterherschickt, wenn Du das Helene Fischer Album nicht kaufst.
    Bayes Statistik FTW!

  9. HELENE FISCHER!!!!! WTF…

    Ihr habt alle das wahre Ziel dieses Strips nicht verstanden: JoJo outet sich indirekt als Helene Fischer-Fan, der Rest dient nur zur Ablenkung der Nerds hier (die voll darauf abgegenagen sind).

    Gz JoJo!
    (Zur gelungen Ablenkung, nicht zu Helen Fischer als Musikgeschmack)

  10. Kann hier jemand meine Beobachtung bestätigen, dass die Empfehlungen bei Amazon während des Shoppens relativ nutzlos sind, nach Abschluss der Bestellung aber lauter interessante Dinge gezeigt werden, die ich noch in den Warenkorb geworfen hätte? Das ist mir jetzt schon häufiger passiert und scheint mir seltsam, weil ja schon eine Hemmschwelle da ist gleich noch eine zweite Bestellung abzuschicken.

  11. Argh!
    Welche Animation? Hat mich nur den ganzen Tag gekostet, mal richtig hin zu sehen.
    Ansonsten witzig wie immer (die Teile, die ich verstehe) – Danke!

  12. Pingback: Kryptografie und ich | netzpolitik.org

  13. Herrlich Diese Flucht vor dem Unglück mit den der Mütze und den Penguinen, mit der Schrieft im Hintergrund wirkt es wie ein Plattencover.

    Ansonsten Hirnlos durch die Nacht – Helene for Wetten Dass!

  14. Kryptografie ist doch der einzig sichere Weg Neues zu schaffen!
    Der überwiegende Anteil in die Welt hinauspublizierter menschlicher Kommunikation ist kompressibel, gradezu reduzibel. Aber jedes Schnippselchen davon könnte zur Glorie der Entropie durch Verschlüsselung beitragen.

  15. Greg Robinson Thinks He&#39,ferragamo purses on sale;ll Get Comfortable with Football Game | Bleacher ReportThe latest Internet headlines have not inspired much self confidence for the rookie period of the second gambler picked in the 2014 National football league Draft – attacking tackle Greg Robinson via Auburn. NFL.com published “Greg Robinson: ‘I’m not up to pace’ with Rams,salvatore ferragamo handbag,” NBCSports.com submitted “Greg Robinson struggles along with NFL transition” and Bleacher

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