Buchformatpatente

Bevor ich mich mit meinen nächsten Kopierheftchen in die Illegalität begebe: gibt’s noch andere Formate, die von irgendjemanden patentiert sind?

Anmerkung: Mit “Einstampfen” meinte ich übrigens “darf nicht mehr verkauft werden”.

52 comments

  1. What the f**k!

    Was kann man an 10x10cm denn patentieren lassen??? Unglaublich. Der Grad der Innovation ist auch echt Wahnsinn. Da haben Forscher Jahre Ihrer Lebenszeit investiert … und dann kommt da einer dahergelaufen und …
    Hier muss man den Erfinder wirklich schützen – bei den horenden Forschungs- und Technologieentwicklungskosten!!!

    Tod den Copy-Cats!! Diebe. Gauner. Trittbrettfahrer.

    P.S. Lass dir doch zur Sicherheit die 8,45×8,44 Variante patentieren. Ich würde dir bei der Erfindung auch zur Seite stehen ;)

  2. Wusstet ihr, dass man sich “Gene” patentieren lassen kann? Ich meine Gene mit Erbgutinformationen drauf. Da hat doch keiner etwas entwickelt, neu erschaffen, nein einfach nur… entschlüsselt… Wo soll das nur hinführen… Hat Pixi, respektive Carlsen, sich 10×10 als Geschmacksmuster schützen lassen?

  3. Mal wieder episch, danke dafuer. Weiterhin finde ich, Anwaelte sollten grundsaetzlich nur noch ohne Hosen protraitiert werden, wie in deiner kleinen Carlsonflowchart.

  4. ich wollte mir demnächst Pi patentieren lassen und alle abmahnen die es verwenden… leider gabs prior art.
    Vlt. sollte ich es mit tau nochmal versuchen?

  5. Dank Deines Hinweises konnte ich es am letzten Tag noch schnell im Onlineshop vom Unsichtbar Verlag erstehen. Müsste jetzt bald ankommen.
    Was Carlsen angeht, stelle ich mir allerdings die gleiche Frage wie Du.

  6. Das ist schon ein echter ASSHOLE Move. Wo ich gerade darüber hinweg war, dass sie Ralf Königs KONRAD UND PAUL-Comics zerschnippelt und im NICHTLUSTIG-Format veröffentlicht haben. Man wundert sich schon sehr über den Laden. Ich dachte, das wären die guten.

    • Hallo Spong,
      ich weiß, hier geht’s eigentlich um die “Pixi-Sache” (zu der ich nichts sagen kann, weil ich da nicht involviert bin). Aber zu den Ralf-König-Quadratformaten möchte ich dir gerne antworten, auch wenn das schon ein paar Jahre her ist, dass wir die produziert haben… Der Buchhandel hatte zu der Zeit immer weniger von den Albenausgaben derselben Bände nachbestellt, mit der Begründung, Probleme mit der Präsentation (keine passenden Regale) zu haben. Die Verkäufe sanken entsprechend – was wir durch den Relaunch im quadratischen Format (und in der Kombi mit der Neuedition von “…UND DAS MIT LINKS!”) geändert haben, die haben seinen Büchern bei uns seinerzeit einen Verkaufsschub gegeben. Und natürlich war das mit Ralf König so abgestimmt. Klar kann man dieses Format bzw. das Umbasteln an sich doof finden, will ich dir ja gar nicht absprechen. Wollte nur erklären, dass hier die Formatänderung tatsächlich dafür gesorgt hat, dass viele Läden diese Bände überhaupt erst (wieder) angeboten haben. ;-)

      Beste Grüße
      Kai

  7. sind 9×9 cm und 11×11 cm schon patentiert? Und wie genau werden die 10×10 cm gemessen: 10 oder 10,0 oder 10,00 ?

    • Nach meinen Infos ist das Patent jeweils 1cm drunter und drüber gültig. Also alle Formate von 9×9 bis 11×11 cm. Man kann sich ja mal hinsetzen und ausrechnen, wieviele Patente man anmelden müsste um den gesamten Printmarkt zu kontrollieren. ;)

      • Ich habe gerade eben nachgesehen, viele Onlinedruckereien bieten “Magazine” im quadratischen Format von 9,8 x 9,8 cm oder 10,5 x 10,5 mit Rückendrahtheftung an.

        Ist jetzt die Frage, ob man generell gegen irgendwelche Patentrechte verstösst, wenn man etwas 10 x 10 cm mit Rückendrahtheftung drucken lässt oder ob die Kombination von Format 10 x 10 cm und Bilderbuch (Comic) problematisch ist?

  8. Leute, ich bin zwar kein Anwalt und habe das jetzt auch nicht genauer betrachtet, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es sich hier nicht um ein Patent handelt (die sind immer technischer Art) sondern um ein Geschmacksmuster (so heißt das, glaube ich) – dabei geht’s darum, daß sich eine Firma den Wiedererkennungswert ihres Produkts schützen kann. Und das macht auch Sinn, damit eben andere nicht einfach dessen Aussehen nachmachen, um den Eindruck zu erwecken, Teil davon zu sein.

    Und wer Bücher macht, die wie Pixie-Bücher aussehen, tut eben genau das. Ist schon ein wenig blöde, zu denken, daß man damit keinen Ärger bekommt…

  9. Handelt es sich wirklich um ein Patent? Oder hat Carlsen sich das als Geschmacksmuster schützen lassen?

  10. Patente auf 10x10cm? Dann soll er auf 10,1×10,1cm umsteigen (und es am besten sofot patentieren lassen).

    Das ist wirklich lächerlich :F

  11. Auf die Gefahr hin, mich noch unbeliebter zu machen (“milliardenschwere” nicht “milliardenschweren”):

    Selbst Jojo benutzt zur genaueren Beschreibung von “10×10 in Rückendrahtbindung” den Begriff “Pixie-Format”!
    Es geht schon um ein sehr spezielles Format in Verbindung mit einer bestimmten Bindung, die man spontan und seit Jahrzehnten mit einem konkreten Produkt in Verbindung bringt.
    Diese Ähnlichkeit ist doch kein Zufall sondern bewusst so gewählt. Genau in dem Moment kann man schon den Verdacht aussprechen, dass da jemand mit seinem Werk vom Pixie-Erfolg profitieren will.
    Ich bin kein Freund von Patenten und Patentkriegen, aber das hier kann ich im Gegensatz zu vielen anderen Patentstreitigkeiten schon nachvollziehen.

    • Logikbruch – Die Frage der Schutzfähigkeit/-würdigkeit ist, ob Verbraucher von 10×10-Heftchen immer bzw überwiegend automatisch auf Pixi schließen und nicht ob ein Autor, der im Zusammenhang mit dem Gebrauchsmuster/Patent von einem Pixi-Format schreibt.

  12. Ja, genau…die haben sich 10x10xm schützen lassen, plus/minus 1 cm…problematisch ist wohl eher die Kombi 10×10 und Kinderbuch. Man muss ja nur mal in die Pixi-Krabbelkisten gucken und schauen, wieviele Verlage das Pixibuch nachmachen, dann eben in 12×12 oder eben gerade so vorbeigeschrammt am gesicherten Format. Ist aber ganz normales, profitstrebendes Verhalten…Carlsen gehört eh zu einem Konzern (dem Bonnier-Konzern aus Schweden, wie so einige andere Verlage in Deutschland auch), von daher nur logisch, dass sie sich so verhalten.

  13. “Das Leben ist kein Posthof” konnte man nicht schützen,weil es eine allgemeingültige Floskel ist. ja bis es so ein T-Shirt Drucker doch schützen lassen konnte. Da haben sich aber einige dagegen gestellt….

  14. Kommt es nicht billiger, einen Teil des Heftes wegzuschneiden? Mit einer hydraulischen Schneidemaschine sollte es auch bei 10.000+ Stück maximal eine Stunde Arbeit sein.

  15. Geflattrt für die künstlerische Interpretation des Abmahnwesens. Kann man das als Poster oder T-Shirt haben? :)

  16. Wie wärs mit einem hübschen eBook fur die Kinderchens? Die sind nicht patentiert und preiswerter. Nur so’n Gedanke :-)

    Zur “Patentsache” schweige ich mal lieber … “typisch” sag ich nur.

  17. Aha! Jetzt weiß ich auch, weshalb die pixiähnlichen Bücher von Nelson 9,8 x 12 cm und die von Ravensburger 11,3 x 11,3 cm groß sind.

    Für unsere Dreijährige ist das übrigends alles “Pixi” ^^

  18. Patentkriege sind leider viel älter als Smartphones und Co. Schon bei Tesla vs. Edison gab es ähnliche Streitigkeiten ( http://en.wikipedia.org/wiki/War_of_Currents ). Ich weiß nicht, ob das ein “Patent War” im engeren Sinne ist, aber spätestens das, was die Gebrüder Wright abgezogen haben, muss man wohl als solchen bezeichnen ( http://en.wikipedia.org/wiki/Wright_brothers_patent_war ).

    Übrigens hätte man schon damals aus den Folgen lernen können: Wikipedia schreibt “The patent war stalled the development of the American aviation industry. In response, after the beginning of World War I, the U.S. Government pressured its aviation industry to form an organization that allowed the sharing of aviation patents.”

  19. [Anmerkung: Mit “Einstampfen” meinte ich übrigens “darf nicht mehr verkauft werden”.]

    Hm … das bedeutet aber, dass es noch verschenkt werden darf, oder wie jetzt?

  20. Arrrrg…
    Danke Jojo für diesen tollen Comic!
    Dass Carlsen überhaupt auf die Idee verfallen ist sich ein quadratisches Heftchen mit einer schnöden Klammer-Rückstich-Heftung (so heißt diese niedere Form der Bindung) überhaupt schützen zu lassen, ist eine Frechheit sondergleichen. Meine Fresse. Es reicht ja wohl sich “Pixi” als Marke eintragen zu lassen und gut is. Aber gleich die große Keule und aus einem solchen Heftchen ein geschütztes Produkt machen. Da wird einem echt anders.
    Schade, dass es in dem Bereich nicht den Anspruch der “Schöpfungshöhe” gibt. Kohle reicht… Außerdem sind die Pixis total werbeverseucht > Volksbank, DB, Lufthansa… Mir kommen die nicht ins Haus.

  21. Idee in tiefer Nacht: Wenn jemand mal trollen will, sollte er eine Fußnote anfügen, ohne einen Ursprung dafür zu haben. Was habe ich im Comic grade das Quell-Sternchen gesucht.

    * hier ist nicht Lindsay Lohan gemeint

  22. Ab in eine Duckerei und nachschneiden lassen oder eine 10 x 11 pappe hiterkleben lassen.

  23. Bei battlestar galactica sind die Papier-Blätter an den Ecken auch beschnitten, also: einfach von der Druckerei die Ecke rechts unten Abstanzen lassen, schon ist es nicht mehr quadratisch …

  24. Nur weil in meinem Kinderzimmer Pixi-Heftchen waren und damit eine mentale Hartverdratung in einem prägenden Alter stattfand ist ein 10×10 geheftetes Büchlein nicht gleich eine Marke. Für mich gehört der Aufdruck “Pixi” zwingend zur Marke, um sie als solche zu erkennen. Alles andere ist ein quadratisches Heftle und wird allenfalls durch Anwälte + Geschäftsverkehr künstlich zur Marke / Patent.

  25. Wieder mal geniales Jojo :)

    Deshalb hat sich der Bierdeckel-Comic auch nie durchgesetzt und blieb eine Tresenwitzidee.

    Ansonsten: Android rulez o.k., weil Apple die Klagewellen auslöste. Ätsch!

  26. Allein schon die Vorstellung, die Leute gingen in den Laden und sehen ein Buch: “Super, 10*10 cm, kauf ich. Zum Glück sinds nicht 11.1*11.1 cm, das wäre totaler Mist, dann hätte ich es nie im Leben gekauft.” ist in meinen Augen lächerlich.

    • Das ist wie die Marke bestehend aus dem Farbwert Magenta der Telekom. Die Telekom argumentiert, dass wir “Kunden” Telekom-Qualität/-Service überwiegend mit der Farbe Assoziieren, was der Telekom im Umkehrschluß die Schutzwürdigkeit gibt und einen Eintrag im Markenregister trotz Widerspruch vor Gericht einbrachte.

  27. Aloha,

    ich bin mal so frei und zitiere hier die Carlsen-Kollegen aus dem Kinder- & Jugendbuch, die eine Stellungnahme zu der o.g. Sache veröffentlicht haben:

    „Wir sind auf die eigentlich sehr schöne Reihe des Unsichtbar-Verlages aufmerksam geworden, weil er sie uns vor einiger Zeit präsentiert hat. Daraufhin mussten wir handeln, denn aus dem Wettbewerbsrecht abgeleitet können wir einen Anspruch auf das Format erheben.

    Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten über 300 Millionen Pixibücher verkauft – das Format ist ein zentraler Bestandteil der Marke geworden. Deswegen müssen wir aus juristischen Gründen immer dagegen vorgehen, wenn jemand dieses Format kopiert, um keinen Präzedenzfall zu schaffen.

    Der Unsichtbar-Verlag ist uns extrem sympathisch – aber wir mussten ihm formaljuristisch eine Abmahnung zukommen lassen, die er akzeptiert hat. Er kann die Reihe in jedem beliebigen anderen Format fortführen – alles außer ein quadratisches Format von ca. 10×10 Zentimetern mit einem Toleranzbereich von ca. 2 Zentimetern nach oben und nach unten ist erlaubt.

    Wir sind nicht der laut stampfende Verlag, der andere Leute prinzipiell radikal abmahnt, wie es jetzt bei Facebook und Twitter von Kritikern dargestellt wird – wir mussten so handeln, weil sonst andere, größere Konkurrenten sich darauf berufen könnten. Angesichts von ca. 15 Millionen verkauften Pixibüchern im Jahr geht es hier ums Prinzip.“

    Beste Grüße
    Kai-Steffen Schwarz
    CARLSEN MANGA

  28. “Wir sind nicht” impliziert aber “machen doch” – dem ganzen einen netten Klang geben zu wollen, beschönigt nicht die eigentliche Sache. Carlsen sollte wohl als tapferer Streiter auf dem Comicmarkt nicht nur durch “10×10 gehört alleine uns” glänzen wollen und sich auf das Niveau: “Laut, stampfend und radikal abmahnenden.” begeben.

  29. In der Vorlesung “Patentrecht für Informatiker” sagte die Dozentin: “Wenn ich Sie wäre, würde ich lieber keine quadratische Schokoladentafel herstellen…”

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