Vergiftungen vorbeugen…

33 comments

  1. Wunderbar! Ich hab’ ja ganz ähnliche Gedankengänge. In meiner in den 70ern verbrachten westdeutschen Kindheit haben wir so viel Farbstoffe, E-irgendwas und Glutamat gefressen, daß unsere Immunsysteme sozusagen imprägniert und kugelfest sind. Jedenfalls kenne ich kaum jemanden in meinem Alter, der so derbe Allergieen hat wie die Sprößlinge nachfolgender Holzspielzeug- und Dinkelmüsli-Generationen …

  2. @Kiki: Richt’sch!

    Als Verkoster “beider Welten” habe ich den absolut “bulletproof stomach”! Wir aßen Kaba aus der Tube (gabs’ wirklich!), knallgrelle Gummibärchen und Smarties, Schleckmuscheln, Esspapier und alles was Kaugummiautomaten so hergaben (meist schon etwas verblichen, da über 5 Monate in praller Sonne im Automaten mit großem Sichtfenster(!) gelagert).

    Darüber hinaus bekam ich Schokolade und Pralinen aus der DDR geschickt (in grauen Pappkartonumhüllungen), trank Klubkola, wenn ich zu Besuch in Apolle war und mir hat das auch alles gut geschmeckt.

    Heute, in der “Postdinkel”-Zeit, sind alle nachfolgenden Generationen irgendwie verweichlicht und leiden unter diversen Sauerstoff- und Wasserallergien – sowas kenn’ ich nicht.

    Also: Bring on the junk!

  3. Haha, das mit den Mülltonnen stimmt, haben wir auch gemacht. Ostdeutsche Kindheit FTW!

  4. Ok, Verköstigung aus der Mülltonne hab ich mir dann doch verkniffen, aber ansonsten allergiefrei (ok, wenn jemand diese Tofu-Rollen Bratwürste nennt rollen sich mich die Fußnägel hoch, aber das sollte eigentlich eine normale Schutzfunktion des Körpers sein. Wo doch eh jeder weiss wo die einzigen Bratwürste herkommen ;-) ).

    Aber mal ne ganz andere Frage @Jojo: Ist das bei Nadini im Büro eine Mode, oder gibt es da eine Berufsfrisur? *duckundweg*

  5. Ich weiß nicht, wir haben auf Spielplätzen gespielt.
    Wohl der Unterschied zwischen ostdeutscher Kleinstadt (Jojo) und ostdeutscher Großstadt (ICH)

    Aber mein Magen hat eine ähnliche Attitüde ;)

  6. “Circa ein Vierteljahrhundert später…”
    Skandal! Vorspiegelung falscher Tatsachen durch negierte Approximation!

  7. Mülltonnen??? HALLO, wir hatten die große Kreismülldeponie. Die war näher, als der nächste Spielplatz. Und da gab es noch wirkliche Schätze zu finden. Oder eben all die toten Fische aus dem Rhein nach dem großen Unfall bei Sandoz/Basel…. Ja, das waren Zeiten, auch hier im wilden Westen…

  8. ultimativer test: ab nach südamerika und ein ordentliches ceviche vom strassenverkauf reingezogen! ;)

  9. „Dreck reinigt den Magen!“ – so lautete auch die Devise meiner ostdeutschen Kindheit! Mülltonnen haben wir allerdings nicht geplündert; ich hatte das Glück, in einem Altbaugebiet aufzuwachsen; da bestand das Abenteuer mehr im Durchstöbern alter Häuser und Dachböden.

  10. Der Leiter des Lehrstuhls, bei dem ich meine Bachelorarbeit gemacht habe, hat mal einen Leserbrief mitgebracht, in dem die Verweichlichung jeder Generation angeprangert wurde. Das wurde früher einfach beim Kumpel vorbeigegangen und dann war man eben bei dem (oder wenn der nicht da war, bei nem anderen) und die Eltern hatten keine Ahnung, wo ihr Sprössling war.
    Heute muss ja mit GPS und Handy gleich geortet werden und wehe der Bub ist nicht pünktlich mit der Rückmeldung alle 20 Minuten!

  11. bei uns aufm Land gabs nur nackig aufm Misthaufen spielen und barfuß im Hühnerhof rennen…

    btw, ich wusste nicht, dass Leim giftig ist. O_o Sind doch nur gute Sachen drin (zumindest in der klassischen Variante).

  12. Sehr geil! Wenn ich im Büro laut loslache, fragen Kollegen schon nur noch “Beetlebum?”

  13. Besonders toll waren ja diese Riesenmülltonnen, die auf einen W50 raufgezogen wurden.

    Wobei ich mir das Essen fragwürdiger Substanzen verkniffen habe, Stöbern war interessant genug. Deshalb hab ich wohl heute Allergien *jammer*.

  14. @Bernd: meinst du diesen „Brief“?

    „Wir sind Helden!

    Als Kinder saßen wir in Autos ohne Airbags.
    Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
    Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
    Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
    Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.
    Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten.
    Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.
    Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
    Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld, außer wir selbst. Keiner fragte nach “Aufsichtspflicht”. Kannst du dich noch an “Unfälle” erinnern?
    Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.
    Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick – zumindest die meisten von uns.
    Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.
    Wir hatten nicht: Videospiele, 50 Fernsehkanäle, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.
    Wir hatten Freunde!
    Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns. Wie war das nur möglich?
    Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen.
    Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.
    Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.
    Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
    Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.
    Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren meist der gleichen Meinung wie die Polizei!“

  15. Oh geil, das letzte Panel. Einfach zu herrlich! Aber Leim ist doch nun wirklich nicht soooo anstrengend für die Magenschleimhäute.

  16. Normaler Weisleim, also das Zeug für Holz, ist komplett UNGIFTIG.
    Darf darum heute auch noch für Kinderspielzeug verwendet werden…

    Ist also keine große Leistung für deinen Magen ;)

    @Daniela: Geiler Brief und sowas von wahr.

  17. Klar, geiler Brief.
    Die Kinder, die diese Verhältnisse nicht überlebt haben, können sich auch nicht mehr drüber beömmeln.
    Fragt mal die Eltern aus der Generation dazu.

  18. ach das ist doch das gleiche mit diesen Sagrotan-Kindern
    da wo jedes Stückchen Apfel, das auf den frisch desinfizierten Boden gefallen ist sofort in die hauseigene Biohazard-Vernichtungsanlage geschmissen wird, dann noch die Türklinken mit Desinfektionsspray eingesprüht werden und nicht zu vergessen das gute alte antibakterielle Waschmittel
    ich bin noch nicht alt genug für die DDR, aber ich hab in meiner Kindheit auch viel Dreck verspeist

  19. Z´ammbrech! Sehr, sehr geil umgesetzt!

    Übrigens waren wir im Westen nicht so wahnsinnig viel besser…Also ich jedenfalls nicht.

  20. Wieso Ermangelung Spielplätze? Was ist mit Wasserberg, was mit Bernhardsgraben? Was mit der glimmenden Schutte vor der Heide? Nagut, Tonnen hab ich auch durchwühlt…

  21. @Kiki:

    Würden Sie mich kennen, würden Sie den Gegenbeweis kennen. Als Kind der frühen 70er im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Land auch mal in der Scheiße gespielt, wenn der normale Dreck langweilig wurde, und doch von Allergien bis zum Abwinken geplagt.

    Ehrlich gesagt, ich kann dieses “als Kind wohl nicht genug im Dreck gespielt, wa?”Rumgeplärre nicht mehr hören. Das kommt noch vor “stell dich nicht so an”.

  22. Supergenialer Comic! :)

    Nicht ganz so geniale, sich in Nostalgie und pseudo-Härte verlierende Kommentare. Ich entstamme auch der Generation der selbst ernannten (Ost-)Helden, aber man muss es auch nicht glorifizieren und die “heutigen Eltern” damit herabwürdigen.
    Sind wahrscheinlich auch Kommentare von Leuten, die selbst garkeine Kinder haben ;) sonst würden sie wahrscheinlich genauso müde (und natürlich auch ein bißchen nostalgisch) über diesen tollen Brief lächeln, wie ich. Wir Eltern können ja heutzutage sowieso nichts mehr richtig machen *G*.
    Entweder die Kinder sind verzogen, vorlaut, eingeschüchtert, überbehütet, zu laut, haben zu wenig Freiraum, zu viel Spielzeug, können nichts mehr selber, schauen zu viel Fern, spielen zu viel PC Spiele… Irgendwas ist ja immer! ;)

  23. Wow.. Also ich bin ja erst 17 & dass man in der Kindheit in Mülltonnen spielt ist mir neu. Allergien hab ich aber auch keine, kann mich leider nicht so sehr wie all die anderen mit Jojo identifizieren, man will ja nicht übertreiben ^^

  24. zu dem “Brief” fällt mir noch ein, dass irgendwie auch was fehlt ;).
    Zum Beispiel sowas wie “Auf den Straßen fuhren kaum Autos, wenn, dann waren sie aus Pappe und man hörte sie schon aus zwei Kilometern Entfernung (oder man roch sie ;). Wir hatten Nachbarn und Großeltern, die sich für uns interessierten und auch mal ein Auge auf uns hatten. Wir aßen Ameisen und kassierten dafür eine Ohrfeige. Unsere Väter verbrachten die Abende in der Kneipe, zusammen mit allen anderen LPG Vätern. Hat uns natürlich nicht geschadet, schön wars! Unsere Schulversager blieben kleben und bilden heute die größe Arbeitslosenkohorte seit Langem. Unsere großen Brüder fuhren ins Nachbardorf in die Disco, um sich dort zu prügeln – die Jungs aus dem Nachbardorf kamen eine Woche später, um bei uns zu prügeln. Wir aßen Butterstulle und hausgeschlachtete Wurst, unsere Mütter tränkten die Schnuller mit Zucker und Honig, heute bezahlen wir unsere Zahnarztrechnung ab. Juhhu!!! War doch toll :D

  25. Pingback: So schön können Kommentare sein. – cubusregio

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