
Die Frau hat lecker gekocht: Lachs von der Fischtheke mit selbstgemachter Kräuterrahmsoße auf Bandnudelbeet, dazu ein trockener Weißwein. Jetzt gehts gleich noch zum Brahms-Telemann-Dvorak-CrossOver-Chor-Abend - und das alles unter der Woche! Ich ruf jetzt schonmal die “Tage der Dekadenz” aus. Horray!
Juli 18th, 2007
Jojo
Damals, als ich unbedingt noch Panzerfahrer oder AstroKosmonaut werden wollte, war das Angebot an käuflich zu erwerbenden Obst doch etwas eingeschränkt. Um sich HO-unabhängig zu versorgen, brauchte man entweder eine Datsche nebst Garten oder man besuchte die volkseigenen Wälder und suchte sich zusammen, was man brauchte. Ich kann mich gut an anstrengende, langweilige, als Familienausflüge getarnte Nahrungsmittelbeschaffungsaktionen erinnern.

Während meine werten Familienmitglieder schon beim Pflücken kräftig zulangten, konnte ich das Zeug niemals essen. Noch schlimmer, ich bildete eine regelrechte Aversion gegen jede Frucht, die auch nur das Wort “Beere” in sich trug und in Bodennähe wuchs. Sobald ich eine nur sah, hatte ich nur noch ein Bild vor dem inneren Auge:

Die Zeiten, in denen man sich mit Beerensuchen die Grundversorgung sichern musste, sind nun endgültig vorbei. Heute sind es die Snobs, die selbstgepflückte Johannisbeeren zum Verfeinern ihres profanen Bio-Naturquarks benutzen, der dann ganz dekadent mit viel zu kleinen feinen Silberlöffelchen, aus antiken Porzellanschüsseln magenaufreibend in sich hineingeschaufelt wird. Das geht aber auch in beerenfrei-lecker:


Juli 18th, 2007
Jojo